Königspython (Python regius)

Der Königspython ist unter den Schlangen wohl der ruhigste und verträglichste Vertreter seiner Spezies. Er gilt nicht als Anfängerschlange. Ich gehe mal davon aus, weil er in seinem Fressverhalten sehr nervig sein kann. Aber eine andere Schlange hätte zu uns als Anfänger nicht gepasst, so lieb und verträglich sie auch zu ihren Artgenossen ist. Der Königspython gehört zu den Riesenschlangen, ist aber mit seiner maximalen Länge von ca. 2 Metern die kleinste in ihrer Gattung und kann bei Terrarienhaltung bis max. 40 Jahre alt werden. Er ernährt sich von kleinen Säugetieren und Vögeln und kommt ursprünglich aus West- und Zentralafrika. Er ist im tropischen Regenwald, den Savannen und durchaus in den Randgebieten von Siedlungen anzutreffen. Der Königspython ist dämmerungs- und nachtaktiv. Den Tag verbringen die Schlangen in Termitenhügeln oder Nagerbauten. Bei uns gibt es so etwas nicht und mit dem Verstecken am Tag (obwohl vorhanden) haben sie es auch nicht so. Im Gegenteil, sie lieben es in der Sonne zu liegen und zu dösen. Dabei wechseln sie immer wieder mal das Plätzchen. Unsere Schlangen bekommen nicht nur Wärmestrahler auf die Schuppen, sondern ebenfalls die „Brightsun“ (Dschungel). Denn wir sind entgegen vieler anderer der Meinung, dass auch Schlangen einem gewissen Anteil des Sonnenlichtspektrums ausgesetzt sein müssen, um zu gedeihen.
Wie ich schon erwähnte, hat sich unsere Nelly mit ihrer Schönheit in das Herz von Ronald geschmeichelt. Ein geschickter Schachzug von ihm, dass sie offiziell meine Schlange ist (so konnte ich nun gar nichts mehr sagen), aber im Grunde scheint sie sich bei ihm wohler zu fühlen. Nehme ich sie raus, so könnte man meinen, dass sie unter Gedächtnisverlust leidet. Sie weicht zurück, was sie beim Ronald nicht tut. Auch liegt sie bei ihm viel lieber, als bei mir. Bei mir ist sie eher unruhig. Harry, ein junglefarbener prächtiger Typ, ist Ronalds Schlange und fährt eher auf mich ab. Bruce (nominat), den wir im Alter von ca. 7 Jahren bekommen haben, hat mich wohl besonders ins Herz geschlossen. Man glaubt es kaum, aber in den ersten Tagen bei uns, stand er jeden Abend an der Scheibe und wartete. Machte ich dann die Scheibe auf, ist er sofort auf meinen Arm gekommen und hat sich an meinen Hals angeschmiegt. So konnte er stundenlang liegen bleiben. Wenn ich ihn rufe reagiert er (???!!!). Wir haben eine ganz besondere Verbindung, auch wenn es verrückt klingt.

Daisy, die als Letzte dazu kam, ist ein Albinomädchen und ebenfalls sehr anhänglich. Auffällig ist, dass die Tiere, obwohl sie genügend Platz haben, viel zu zweit, zu dritt oder auch zu viert beieinander liegen. Nelly hat eine besondere Angewohnheit: So gegen 16:00 Uhr schaut sie sich um, liegt erhobenen Hauptes an der Scheibe und wartet auf ihre Badewanne, die dann der Ronald, mit lauwarmen Wasser gefüllt, bringen muss. Sie ist eben ein sauberes Mädchen!

Was ich schon anfangs erwähnte, so ist der Königspython in seinem Fressverhalten sehr gewöhnungsbedürftig. So kann es durchaus vorkommen, dass er monatelang nicht frisst, ohne dass es ihm schlecht geht oder er nennenswert abnimmt. Natürlich ist das dann ständig zu kontrollieren. Auch wir haben uns davon schon nervös machen lassen.

So friedlich wie der Python auch ist, wenn es aber ums Fressen geht, versteht er keinen Spaß. So ist der Ronald auch schon gebissen worden, weil er menschlich gedacht hat und dem Bruce die Ratte zurecht schieben wollte. Bruce dachte: Lass mein Futter in Ruhe und hat zugeschnappt. Recht hatte er!

Ach übrigens, unser jüngster Sohn Richard, der noch bei uns lebt, wurde von uns „angesteckt“ und hat inzwischen auch zwei Königspythons: Ella (Ella Fitzgerald) und Jimi (Jimi Hendrix). Zwei wunderschöne nominatfarbene Schlangen.

 
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